10.01.2003 13:53

TO-Sammelcodes: Die einen geben sie, andere nicht


"Travel Inside" vom 10.01.2003

"Ich gehe davon aus, dass die STAR-Interessenten gerne Codes aller grossen TOs hätten", gibt sich Luc Vuilleumier im Gespräch mit TI überzeugt. Bleibt die Frage, welche TOs denn mit STAR kooperieren. TRAVEL INSIDE hat die Antwort.

Für Kuoni zum Beispiel ist laut Gianni Moccetti ein solcher Deal kein Thema: "Es gab und gibt dazu keine Gespräche, denn wir geben nur Sammelcodes an Filialen von grösseren Retail-Ketten aus." Auch andere Gruppie- rungen wie zum Beispiel die TTS-Gruppe verfügten bei Kuoni über keinen Sammelcode, wohl aber über Kickback-Deals.

Bei FTI hat STAR Enterprises keinen Code und laut Geschäftsführer Matthias Huwiler ist auch nichts in der Pipeline. Gleiches ist von Roland Schmid und Michel Ayer bezüglich TUI Suisse und Frantour zu erfahren. Hotelplans Werner Wäfler hingegen bestätigt: "STAR Enterprises hat seit Mitte 2002 einen Code, wobei wir die uns bekannte Unterbelieferung auf Zusehen hin tolerieren." Solche Zuteilungen seien im Übrigen keineswegs anrüchig, ein offenes Geheimnis und würden zum Beispiel auch für Franchiser wie Arrow Tours und Arcada Reisen, Niederscherli gelten.

"Wichtig für uns ist, dass unser Debitoren-Risiko gedeckt ist", fügt Wäfler an. Bisher seien aber keine grossen Buchungs-Volumina zu Stande gekommen, was er darauf zurückführt, dass STAR systembedingt (Touronline) erst seit wenigen Wochen bei Hotelplan direkt buchen könne.

RBM-Besitzer Oskar Laubi bestätigt, dass seine Gruppe am 20. Dezember 2002 ein entsprechendes Abkommen mit STAR Enterprises abgeschlossen habe. Zu Buchungen sei es bisher allerdings noch nicht gekommen, fügt er im TI-Gespräch an. "Ausschlaggebend für uns ist einerseits, dass damit STAR-Mitglieder, die einen für die Codevergabe zu tiefen RBM-Umsatz generieren, die Möglichkeit erhalten weiter zu buchen." Und andererseits werde damit die Frage der Wirtschaftlichkeit für den TO auf eine vernünftige Art gelöst, fügt Laubi an. Wichtig ist für ihn auch die Sicherheit des Kunden bezüglich Absicherung seiner Gelder, die durch die STS-Mitgliedschaft von STAR Enterprises gegeben sei.

Auch STA Travel hat laut Peter Anderegg STAR Enterprises jüngst einen Code zugeteilt. "Damit können einzelne STAR-Büros, die nicht auf unseren Minimal-Umsatz von 30000 Franken kommen, bei uns buchen", führt Anderegg an. Die Initiative sei von STAR gekommen, habe STA doch bis vor kurzem die STS-Versicherungslösung nicht anerkannt, was man nun im Gespräch mit Luc Vuilleumier bereinigt habe. Auch Anderegg betont, dass für STA die Abdeckung des Delkredere-Risikos durch das STS-Mitglied STAR Enterprises von grossem Gewicht bei der Beurteilung gewesen sei.