20.03.2014 14:11

Swiss wird mehr und mehr zum Reisebüro


Travel Inside vom 20.03.2014

Neue Ertragsquellen sollen positive Finanzergebnisse sichern. Sie verärgern aber auch die Partner.

Swiss hat ein gutes Jahresergebnis vorgelegt - nicht selbstverständlich angesichts des harten Marktumfeldes. Damit dies so bleibt, wurden diverse Initiativen ins Leben gerufen, die für Gesprächsstoff sorgen.

ZUM BEISPIEL WIRD die eigene Website swiss.com neu lanciert. Nebst automatischer Anpassung an alle Endgeräte verfügt diese bald über Funktionen über eine "personalisierte Online-Reiseberatung", mitsamt Tipps der Crew und Partnerinhalten von Google, Foursquare und Tripadvisor. Damit trägt Swiss dem modernen Reisesuche- und Buchungsverhalten Rechnung, das sich in den letzten Jahren vermehrt in Onlinekanäle verschoben habe. Aufgeschaltet wird die neue Website "in einigen Wochen". Die damit verbundenen Kosten kommuniziert die Airline auf Anfrage nicht.

Weiter schöpft Swiss die Ancillary-Erträge besser aus. Mit "Swiss Choice " wird den Passagieren ermöglicht, den bevorzugten Sitz gegen eine Gebühr vor Reiseantritt zubuchen. Im Verlauf von 2014 sollen weitere "Swiss Choice "-Angebote dazukommen. Welche, verrät Swiss noch nicht.

AUCH DIE INTERNATIONAL Surcharge wird wieder erhöht - zuletzt war dies im August 2013 geschehen. Dies, weil die früher "Treibstoffzuschlag" genannte Taxe bei der Lufthansa Group harmonisiert wird - der Grund dafür wird nicht erklärt. So erhöht Swiss ab dem 1. April ihre Zuschläge um CHF 16 bis CHF 162, je nach Strecke und Ticketkategorie. Swiss versichert, dass die Nettotarife gesenkt werden, um die Endpreise stabil zu halten - ausser für einige Ziele in Nordamerika.

Diese Aktivitäten werden vom stationären Vertrieb kritisch beäugt. STAR-Präsident Luc Vuilleumier mahnt: "Es ist klar, dass Swiss durch diese Anpassungen zunehmend zur Konkurrentin der Reisebüros wird. Airlines wollen den Eigenverkauf ankurbeln, das ist ihr Recht. Aber sie werden feststellen, dass dies auch Arbeit mit sich bringt und Dienstleistungen erfordert, welche sie nicht gewährleisten können."