21.12.2001 14:10

STS-Stiftung gerettet?


Travel Inside vom 21. Dezember 2001

In den vergangenen Tagen gab es viel Neues rund um die STS. Kuoni verweigerte die Anerkennung, es fand sich ein Rückversicherer und Hotelplan gab sein O.K.

Am 14. Dezember liess Kuoni die STS-Katze aus dem Sack: In einem von Thomas Burkart, Chef TO Kompetenzzentren, unterzeichneten Rundschreiben liess dieser die Agenten wissen, dass Kuoni die neue Stiftung nicht anerkenne, da sie über keine Rückversicherung verfüge. Kuoni beliefert nach eigenen Aussagen rund 180 Agenten mit STS-Kundengeldabsicherung und macht mit diesen einen geschätzten Umsatz von rund 100 Mio. Franken.

"Die Kuoni Reisen AG akzeptiert ab 1.1.2002 einzig die Kundengeld-Absicherung durch den Garantiefonds der Schweizer Reisebranche", heisst es im Schreiben weiter. Als Grundlage der künftigen Beziehungen zu diesen Agenten fordert der Touroperator diese nun auf, sich bis zum 31. März 2002 dem Garantiefonds anzuschliessen. "Ab dem 1. Januar 2002 bis zur Aufnahme in den Garantiefonds müssen wir leider auf die Belieferung gegen Vorauszahlung bestehen", hält Burkart weiter fest. Diese Nachricht schlug bei den Betroffenen wie eine Bombe ein. Einige Reaktionen, die TI zu Ohren gekommen sind: "Kuoni setzt uns unter Druck", "Will Kuoni uns alle zum Garantiefonds treiben?" oder "Ich verkaufe seit 20 Jahren Kuoni und kann mir nicht vorstellen, ab dem 1. Januar anders behandelt zu werden." Auch Luc Vuilleumier zeigte sich von der Kuoni-Reaktion enttäuscht, denn "ich habe Thomas Burkart klar gesagt, dass wir noch immer mit dem Rückversicherer im Gespräch sind". Am Dienstagmittag dann folgte die lange herbeigesehnte Bestätigung des Rückversicherers, der Eidgenössischen Versicherungs AG, eines Mitglieds der Winterthur-Gruppe. Die Eidgenössische übernimmt die Rückversicherung von Schäden im Bereich Pauschalreisen und Einzelleistungen gegenüber Kunden und das Delkredererisiko von TOs im Verkehr mit Retailern bei einer Franchise von 100000 Franken bis zum Betrag von einer Million Franken (siehe Ausriss aus dem Original-Dokument auf dieser Seite). Nach Meinung von Vuilleumier hat sich damit die Ausgangslage für die STS-Stiftung erdrutschartig verbessert. "Sowohl zögernde Mitglieder (nach seinen Angaben etwas mehr als 200) wie auch die Touroperator haben nun die Gewissheit, dass eine Deckung allfälliger Schäden garantiert ist." Diese neue Entwicklung führte dazu, dass Hotelplan innert Stunden danach durch seinen Agentenbetreuer Werner Wäfler verlauten liess, seine Organisation anerkenne die STS-Stiftung und werde weiter mit STS-versicherten Agenten zusammenarbeiten. Gegenwärtig beträgt deren Zahl laut Wäfler rund 250, die bei Hotelplan einen Umsatz von über 100 Mio. Franken generieren.