15.09.2004 15:21

STAR will LX boykottieren


"Travel Inside" vom 15.09.2004

489 Agenten haben sich an der aktuellen STAR-Umfrage beteiligt. Das Resultat ist für die Swiss ernüchternd.


Rund 24% der angeschriebenen 2000 Büros haben sich an der im August gestarteten STAR-Umfrage beteiligt, 204 sind STAR-Mitglieder, weitere 271 gehören dem SRV an, 14 sind TPA-Mitglieder. Luc Vuilleumier ist mit diesen Zahlen zufrieden: "Es sind auch etliche Kettenbüros dabei."

Und er interpretiert die Resultate (siehe Box): "Die Beantwortung der ersten drei Fragen entspricht in etwa meinen Voraussagen." Bei Frage 4 ist der Präsident von der Höhe des Wertes jener Teilnehmer überrascht, der meint, die Rechnung gehe für LX nicht auf, sprich, sie werde massiv Marktanteile einbüssen. "Erstaunlich ist, dass je ein Drittel der Antwortenden der Swiss entweder keine Chance, ihr eine solche einräumt oder indifferent ist." Während die TPA-Mitglieder zu 56% kein LX-Überleben sehen, beträgt der Negativ-Wert der SRV-Antwortenden 26%, bei den STAR-Mitgliedern sind es 40%.

Gesamthaft halten sich die Meinungen bezüglich einer Einstellung des Verkaufs von LX-IATA-Tickets die Waage, aber nur 20% der welschen Teilnehmer äussern sich positiv, in der Deutschschweiz allemal 54%. Ähnliche Differenzen ergeben sich bei Frage 7, wo 57% der Deutschschweizer, aber 77% der Welschen Swiss opfern würden.

Bei Frage 8 antworten auch 35% der SRV-Mitglieder mit nein, die STAR-Mitglie-der tragen dazu 70% bei. Die Beantwortung der Frage 9 hat Vuilleumier erstaunt: Offenbar will eine grosse Mehrheit der IATA-Agenten ihre Lizenz trotz der herrschenden Turbulenzen beibehalten.

Vuilleumier betrachtet das Ergebnis als Auftrag an den "Branchen-Don Quixotte", glaubt aber, keineswegs nur gegen Windmühlen zu kämpfen. Er berichtet von Gesprächen mit massgebenden Vertretern auch grosser Ketten und TOs, die ihn in seinem Kampf bestärken würden, denn noch sei die ganze Sache keineswegs gegessen. Die Nummer eins ist allerdings offenbar nicht dabei.

Auch seine Gesprächspartner seien der Auffassung, die Branche stehe an einem enorm wichtigen Scheideweg, ja Abgrund: "Ein mehr oder minder tiefer Fall ist nicht ausgeschlossen, aber man sollte ihn so gut als möglich abfedern." Gegenwärtig wird der Forderungskatalog erarbeitet, der wohl alle Umfrage-Punkte umfassen wird. Da will sich Vuilleumier nicht in die Töpfe gucken lassen. Eine Kostprobe gibt er aber: "Wir werden von Swiss verlangen, per 1. Januar 2005 die Taxbox für die Gebühren zu öffnen. Sollte deren Antwort bis Ende September nicht positiv sein, planen wir die Einstellung aller LX-Verkäufe ab Oktober 2004."

Peter Kuhn