10.12.2004 15:04

STAR ruft zum Boykott von Hotelplan auf


"Travel Inside" vom 12.10.2004

In den letzten Wochen hat die Swiss Travel Association of Retailers (STAR) den von ihr angekündigten Forderungskatalog an Fluggesellschaften, welche die Kommission abschaffen, erarbeitet.

STAR will nicht zuletzt Ordnung in den herrschenden Begriffs-Salat bringen und schlägt vor, die von den Airlines bei Ticketverkäufen selber erhobenen Gebühren "Airline Charge" zu nennen. Die Reisebüros sollten diese Gebühr für den Kunden sichtbar übernehmen und dazu eine "Service Fee" für die unabhängige Beratung erheben. Eine einzige Gebühr hält STAR nicht nur für abschreckend, sondern auch für wenig transparent.

STAR stellt an die Fluggesellschaften diese Forderungen:

• Den Agenten stehen alle vom Carrier im Web und Direktverkauf angebotenen Tarife auch zurm Verkauf offen.

• Die Airlines selber erheben folgende minimalen Airline Charges: Web 25 CHF, Direktverkauf Europa 40 CHF und Direktverkauf Interkontinental 80 CHF.

• Eine Änderung der Airline Charges muss den Agenten drei Monate im Voraus mitgeteilt werden.

• Die Fluggesellschaft erhebt gegenüber den Wiederverkäufern keine Gebühr für Papier-Tickets.

• Die Airline weist in der Werbung auf die Service Fees der Reisebüros hin.

Laut Präsident Vuilleumier hat STAR mit jenen Airlines, die sich bereits zu 0% bekannt haben, Kontakt aufgenommen. Dabei erweisen sich ihm zufolge die Forderungen "Belastung des Internet-Verkaufs" und "Gebühren für Papier-Tickets" als Knackpunkte.

Nach Angaben von STAR hat sich Willy Schnyder, Leiter Schweiz bei Swiss, nicht bereit erklärt, Buchungen im Web in den Klassen Q und W mit 25 CHF zu belasten. Und BA hat zwar Verständnis für das Anliegen signalisiert, aber globale Überlegungen geltend gemacht. Dazu Vuilleumier: "Wir bleiben im Gespräch und arbeiten dran." Laut Informationen aus gut unterrichteten Quellen erreicht der jährliche Umsatz des STAR-Brokers Skyways bei Swiss unter einem Prozent des gesamten Umsatzes von Swiss in der Schweiz.

Sturm läuft STAR gegen die Belastung der Agenten mit einer Gebühr, wenn der Kunde die Ausstellung eines Papier-Tickets wünscht. "Das ist eine verkehrte Welt, denn schliesslich fällt der Grossteil des Mehraufwands im Reisebüro an und nicht beim Carrier, der das Erstere belasten will", sagt Luc Vuilleumier. Die Retailer-Vereinigung will es den Airlines freistellen, im Direktverkauf entsprechende Gebühren zu erheben, aber nicht im B2B-Bereich.

Ende Oktober soll erstmals eine Art STAR-Rating der Fluggesellschaften erscheinen. Daraus soll für den einzelnen Agenten klar hervorgehen, welche Air-lines die Forderungen von STAR nicht oder nur teilweise erfüllen. Sie sollen mit "nicht zum Verkauf zu empfehlen" und "nur bedingt zum Verkauf zu empfehlen" gekennzeichnet werden.

PK