26.08.2005 08:43

Mehr als «nice to have»?


Peter Kuhn zum STAR-Jubiläum

Zehn Jahre sind ein kurzer Abschnitt, wenn man in Dimensionen von Historikern denkt. Die selbe Spanne ist in der schnelllebigen Zeit der Tourismus-Branche zwar keine Ewigkeit, aber eine doch beachtliche Periode. Dies gilt auch für die Swiss Travel Association of Retailers (STAR).

Es ist keineswegs selbstverständlich, dass die Interessengemeinschaft – und um eine solche handelt es sich letzten Endes – auf zehn Jahre Tätigkeit zurückblicken kann. Sie darf dies auch mit einem gewissen Stolz tun. STAR ist etabliert und hat die selbstgewählte Funktion eines Anwalts der KMU der Branche bisher ohne wesentliche Konzessionen wahrgenommen. Dies gilt vor allem für das Präsidium. Man darf es getrost einmal aussprechen: Ohne Luc Vuilleumiers Einsatz wäre STAR nicht dort, wo die Vereinigung heute steht.

Sie hat für ihre Mitglieder die in den Statuten verankerten Ziele zum überwiegenden Teil erreicht. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, ob dies denn auch alle Mitglieder wissen oder realisieren? Wenn Vuilleumier sich für die nähere Zukunft vor allem eine verstärkte Information nach innen vorgenommen hat, dann zeigt das, dass er den Handlungsbedarf erkannt hat.

Weiter wäre zu fragen, ob denn die angepeilten Ziele auch jene der Mitglieder sind. Von aussen besehen, kann man diese Frage wohl bejahen. Jedenfalls sind es durchaus realistische Ziele. Offenbar sind die Mitglieder aber der Meinung, STAR habe zu wenig Power und müsse in der Branche massiver und sichtbarer auftreten.

Das ist zwar verlockend, aber mit wenig Chancen auf Erfolg verbunden. Das weiss auch Luc Vuilleumier, denn es ist noch nicht so lange her, tönte es vom Birmensdorfer Bahnhof kriegerischer und lauter.

Das hat, man mag dies auch bedauern, im Endeffekt recht wenig eingebracht und Vuilleumier den Ruf eines Rufers in der Wüste oder andere weniger schmeichelhafte Titel eingebracht. Dadurch wurde auch der Ruf der STAR nicht gerade gestärkt.

Die aufmüpfigen Mitglieder werden also besser daran tun, sich nicht mit utopischen Forderungen hervorzutun, sondern das Gespräch mit dem Präsidium zu suchen und konstruktive Lösungen für anstehende Probleme zu finden. Denn es gibt durchaus Raum für konstruktive Arbeit an typischen KMU-Problemen.

Vielleicht führt die interne Informationskampagne, die Vuilleumier anreissen will, dazu, dass das Vereinigungs-Leben über die Pinboard auf der Website hinausführt. Es wäre entscheidend für die nächsten zehn Jahre. Denn sonst droht ein Versinken in der Gleichgültigkeit. Dann hätten die Mitglieder nichts Besseres verdient. Noch herrscht auch im Präsidium der Glaube vor, dies sie verhinderbar.