06.07.2004 14:22

Latentes Missbehagen


Travel Inside vom 06.07.2004

Peter Kuhn zu STAR

Gewiss, die wenigen kritischen Wortmeldungen an der Generalversammlung der KMU-Vereinigung STAR könnten ins Reich der ewig Unzufriedenen verwiesen werden. Das aber wäre fatal. Denn die Vereinigung befindet sich - nicht erst seit heute - an einem gefährlichen Punkt.

Wenn es denn sein sollte, wie viele Mitglieder - nicht zuletzt die passiven - bestätigen, dass sie eigentlich nur eine - immer kleiner werdende - Solidarität und der Zwang zur Mitgliedschaft wegen der Angehörigkeit zur STS an STAR binde, müsste der Vorstand über die Bücher gehen. Und minimal eine gewisse Bereitschaft zur Öffnung gegenüber der latent vorhandenen Opposition aus den eigenen Reihen an den Tag legen. Dazu könnte der TTW dienen, hätte aber auch die GV die Plattform sein können. Wenn man denn gewollt hätte.

Die Führungscrew hat da eine Gelegenheit verpasst und muss sich nun - ob zu Recht oder zu Unrecht, muss dahingestellt bleiben - mangelnde Transparenz vorhalten lassen. Gewiss, dahinter steckt auch eine gehörige Portion Neid und Rachsucht Dritter, die STAR-Mitglieder zu beeinflussen suchen. Umso mehr sollten Luc Vuilleumier und seine Mitstreiter dem unterschwelligen Misstrauen offensiv entgegentreten. Denn nach ihrer Ansicht haben sie ja nichts zu verstecken.

Es wäre fatal, wenn der STAR-Schwung künftig vor allem auf die Abwehr nach innen ausgerichtet werden müsste. Denn die Wahrnehmung der Interessen der KMUs ist heute nötiger denn je. Ob die Gründung des RAVIS (siehe Bericht Seite 7) wohl damit zu erklären ist, dass viele kleine Agenten sich (vor allem in der Westschweiz) von STAR nicht (mehr) vertreten fühlen? Noch ist eine Antwort auf diese Frage verfrüht. Aber STAR muss sich fragen lassen, ob der unbestreitbare Schwung der Gründerjahre nicht etwas abhanden gekommen ist, und man sich gegenwärtig lediglich auf Ankündigungen, verbale Drohungen und wenig konkrete Erfolge beschränkt.

Keine Frage: Die KMUs brauchen eine Stimme. STAR war sie bisher. Wenn sie dies bleiben will, sollte die Vereinigung den Mut haben sich neu zu erfinden. Dann würden die Mitglieder vielleicht aktiver, würden auch im Hinblick auf Deals profitable Steuerungswünsche des Sekretariats umsetzen und demzufolge von Leistungsträgern ernst(er) genommen.