30.11.2001 13:33

Kuoni und HP beharren für STS auf Bankgarantie


Travel Inside vom 30. November 2001

Die beiden grössten TO akzeptieren den STS-Anerkennungsvertrag in der ursprünglichen Form nicht. Der Garantiefonds bereitet sich auf Übertritte vor.Kuoni wird das Delkredere-Risiko bei Agenturverträgen weiterhin mit der geleisteten Bankgarantie von 15000 Franken abdecken. Thomas Burkart, Leiter Kompetenzzentren bei Kuoni Schweiz, bestätigt gegenüber TI, dass er den ihm vorgelegten STS-Anerkennungsvertrag entsprechend anpassen liess.

Damit fällt die von STAR-Präsident Luc Vuilleumier anvisierte Schadensdeckung von Einzelleistungen seitens der STS-Stiftung für Kuoni ausser Abschied und Traktanden. Bevor Burkart und Kuoni Schweiz-Chef Thomas Stirnimann den angepassten STS-Vertrag unterzeichnen, muss noch eine schriftliche Bestätigung der Zahlungsfähigkeit von Seiten des neuen STS-Rückversicherers (Eidgenössische Versicherungs AG) vorgelegt werden. Dazu wird es möglicherweise nicht kommen, denn die Eidgenössische Versicherungs AG hat gemäss Vuilleumier ihre Aufnahmekriterien für STS-Büros entscheidend verschärft. Bei Hotelplan tönt es ähnlich. "Wir verzichten nicht auf die Bankgarantie, da uns die von STS vorgeschlagene Deckung nicht reicht", sagt Agentenchef Werner Wäfler. Bei TUI Suisse hat man sich noch nicht zu einem Beschluss durchgerungen. Dieser ist gemäss Roland Schmid für spätestens Mitte Dezember zu erwarten. "Vielleicht sind TUI Suisse und weitere TOs wie RBM cleverer als Kuoni und Hotelplan und werden unsere Deckung für Einzelleistungen in Anspruch nehmen", erklärt Vuilleumier. Es sei gar denkbar, dass einige STS-Mitglieder ihren Kuoni- und HP-Code abgeben und fortan andere TOs buchen würden. Der STAR-Präsident berichtet, dass inzwischen 150 bis 200 Anmeldungen für die STS-Stiftung eingegangen seien. Das Interesse von STS-Mitgliedern an einem Übertritt zum Garantiefonds scheint indes auch zu wachsen. Zehn definitive Übertritte verzeichnet Garantiefonds-Geschäftsführer Urs Herzog bisher. Weitere 60 Firmen hätten ihr Interesse bekundet. Gemäss Stiftungsratspräsident Peter Eberschweiler wäre der Garantiefonds bereit, innert kürzester Zeit in einem Schnellverfahren neue Mitglieder aufzunehmen. Allerdings beziehe sich diese Behandlung auf administrative und nicht etwa auf Beitritts-Kriterien. Geschäftsführer Urs Herzog bereitet sich bereits auf eine umfangreiche Grossaktion vor. Eberschweiler kann nicht verstehen, dass STAR-Präsident Luc Vuilleumier sein Angebot der neuen STS-Versicherung auf Einzelleistungen (Nicht-Pauschalreisen) erweitert will: "Das ist doch gar nicht erforderlich, er geht damit weiter als sämtliche Reisegesetze es in Europa fordern." Würden die grossen TOs die STS-Deckung von Einzelleistungen unterstützen, erhielte diese Versicherung einen echten Wettbewerbsvorteil .