23.06.1999 15:12

Kuoni hat eine Option auf 49% der Aktien von ITV


Travel Inside vom 23.6.1999

Die Reaktion von SRV und STAR

Walter Kunz, neuer Geschäftsführer des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV), will sich zur beschlossenen Kooperation zwischen Kuoni und ITV nicht äussern. Er meint: "Als neutraler Verband nehmen wir keine Stellung zu solchen Vorgängen. Unsere Aufgabe ist es, die Interessen der gesamten Branche zu vertreten. Auf alle Fälle zeigt dieser Vorgang einmal mehr, dass unsere Branche spannend ist und auch bleiben wird."

In einer ersten Reaktion nimmt Luc Vuilleumier, STAR-Präsident, kein Blatt vor den Mund und spricht von einem schwarzen Tag in der Branche. Aufgrund der von TRAVEL INSIDE vermittelten Informationen, dass ITV als eigenständige Firma mit den bekannten Marken weitergeführt werden soll, relativiert er: "Das wird jetzt kommuniziert aber ich bin sicher, dass Kuoni in Zukunft bei ITV das Zepter führen wird und somit eine marktbeherrschende Stellung einnimmt, was für Retailer nur schlecht sein kann." Vuilleumier rechnet denn auch mit einem zunehmenden Druck, den Kuoni auf die Wiederverkäufer ausüben könnte: "Ich kann mir vorstellen, dass Kuoni das jetzt laufende Bonus- mit einem Malus-Kommissionssystem ersetzen könnte. Jetzt wird mehr Umsatz verlangt und der soll dann im nächsten Jahr, wenn man die Retailer im Sack hat, auf gleich hohem Niveau gehalten werden. Oder noch schlimmer, ITV- und Kuoni-Umsatz kann kummuliert werden, aber die neuen Mindestumsätze werden neue Höchstwerte erreichen." Auch einen Druck bezüglich der Belieferung, sprich Agentencode von Kuoni und ITV, schliesst der STAR-Präsident nicht aus.

Vuilleumier verheimlicht nicht, dass im ein Zusammengehen von Hotelplan mit ITV lieber gewesen wäre: "Eine gewisse Balance zwischen den Grossen wäre gewährt gewesen. Bis anhin hatten wir Retailer gute Alternativen zu Kuoni. Jetzt kommt Hotelplan unter Druck. Ohne Kuoni und ITV-Angebot geht nichts mehr, aber jetzt kann ein Retailer problemlos ohne Hotelplan-Code leben."

Vuilleumier will die Kooperation der Nummer eins und drei genauer unter die Lupe nehmen und prüft eine Eingabe an die Wettbewerbskommission.

Urs Hirt, Travel Inside