15.02.2002 14:24

Grosse TO beharren auf Versicherung ab 1. April


Travel Inside vom 15. Februar 2002

Noch hüllt sich die neue Retailer-Vereinigung TPA in Sachen Kundengeldabsicherung in Schweigen. Die grossen TOs werden ab 1. April handeln.

Im Gefolge der Wirren um die neue STS-Versicherungslösung hatten die grossen TOs Ende 2001 kommuniziert, dass sie den ehemals bei der Basler versicherten STAR-Mitgliedern eine Frist bis Ende März einräumten, um den Nachweis der Absicherung ihrer Kundengelder zu erbringen.

Gegenwärtig haben noch rund 200 Büros keine Aufnahme in eine bestehende oder neue Versicherung beantragt. Der Garantiefonds hat laut Urs Herzog dieser Tage weitere fünf Bewerber aufgenommen, aber keine neuen Gesuche mehr erhalten.

STS seinerseits hat weitere 30 Bewerber aufgenommen, pro Tag trifft dort im Schnitt noch ein Aufnahmegesuch ein, wie Luc Vuilleumier berichtet.

Laut TPA-Vorstandsmitglied Peter Kovacs hat TPA-Präsidentin Marguerite Volet angekündigt, dass sie in wenigen Tagen eine Versicherungslösung vorlegen werde.

Keine Frage, dass damit die Zeit für die genannten 200 Büros immer knapper wird, denn eine Aufnahme in eine Versicherung benötigt wegen der umfangreichen Abklärungen mehrere Wochen. Dass sich diese Unentschlossenen auf immer dünnerem Eis bewegen, zeigt die Haltung der grossen TOs.

Gianni Moccetti von Kuoni spricht dazu Klartext: «Wir haben unser Vorgehen klar kommuniziert und gedenken dies auch voll durchzuziehen.» Kuoni wird also die Codes entziehen oder allenfalls nur noch gegen Vorauszahlung beliefern, «denn», so Moccetti weiter, «wir tragen gegenwärtig das volle Risiko und haben den Agenten genügend Zeit eingeräumt, um eine Lösung zu finden.»

Ähnlich tönts bei Hotelplan, wo Werner Wäfler festhält, dass man ab April keine Agenten mehr beliefern werde, die keine Kundengeldabsicherung haben oder nicht bereit sind, für eine dem Umsatz angepasste, höhere Bankgarantie zu sorgen. Diese müsste laut Wäfler minimal 50000 Franken betragen. Eine Belieferung gegen Vorauszahlung hält Wäfler für wenig sinnvoll, da sie einerseits aufwändig und das Debitorenrisiko erst noch ungedeckt sei.

Auch TUI Suisse wird laut Roland Schmid mit grosser Wahrscheinlichkeit die entsprechenden Codes entziehen, die Situation aber auch im Lichte der einzelnen Fälle beurteilen.