13.07.2007 10:20

Ernstzunehmender Partner


In der Öffentlichkeit ist nicht viel vom Board of Airline Representatives (BAR) vernehmen. Die Organisation arbeitet im Hintergrund. Die «Schweizer Touristik blickte dem Präsidenten Ernst Kaufmann über die Schulter.

Die Vereinigung hat Gewicht. 68 internationale Fluggesellschaften gehören dem BAR an. Und an Problemen und Themen, die es zu diskutieren und zu behandeln gibt, mangelt es ebenfalls nicht. «Das aktuell wichtigste anstehende Geschäft betrifft die Reisebüros», informiert Ernst Kaufmann. Der General Manager von United Airlines in Zürich ist der amtierende Präsident der Vereinigung.

«Zusammen mit dem Schweizerischen Reisebüro-Verband (SRV) arbeiten wir an einem  ‹Code of Conduct›, einem eigentlichen Gentlemen Agreement, bei dem es um den Missbrauch der GDS geht», erläutert der Airliner. Ziel sei es, die GDS-Gebühren, welche von den Fluggesellschaften berappt werden müssen, zu senken. Dabei geht es um Noshow Paxe, passive Segmente oder – was trotz Übungsprogramm immer noch vorkommt – Schulungen im «Live Mode», für die dann der Airline wiederum Gebühren belangt werden. Eine BAR-interne Kommission steht in Verhandlungen mit der Fachgruppe Flug des SRV. Kaufmann: «Mein Ziel ist es, noch in diesem Jahr zu einem Abschluss zu kommen.»

Viermal jährlich tritt das gesamte BAR zusammen. Die nächsten Sitzungen sind am 25. September in Genf und am 12. Dezember in Bern. Zudem trifft sich das Executive Board (siehe Organigramm) alle zwei Monate zu einem Meeting,die verschiedenen Kommissionen beraten sich je nach Aktualität individuell. Eine Entschädigung erhält nicht einmal der Präsident. Einzig Executive Officer Heinz Sturzenegger, der administrative und koordinative Aufgaben wahrnimmt, wird mit einem 50-Prozent-Pensum entschädigt.

«Wir sind eine aeropolitische Anlaufstelle», umschreibt Kaufmann in kurzen Zügen seine Organisation. In diesem Sinne mache man keine Politik, nehme also beispielsweise bei Abstimmungen bewusst nicht Stellung. «Unsere Mitglieder sollen eine Anlaufstelle für Probleme finden, die auch andere Airlines betrifft», erklärt er. Man wolle anstehende Probleme gemeinsan lösen.

Und Erfolge sind durchaus auszuweisen. So war das BAR massgebend daran beteiligt, dass der Flughafen Zürich seine geplanten Gebührenerhöhungen im Hinblick auf das Schengen-Abkommen nicht durchsetzen konnte. «Wir verhandelten mit Unique, bis eine gemeinsam akzeptable Lösung gefunden werden konnte», erklärt Kaufmann.

Aktuell anstehende Themen, die behandeltwerden sind:

Gebührenanpassungen der Schweizer Flughäfen,vor allem die regelmässigen Erhöhungender Sicherheitsgebühren,

Unterstützung der IATA bei den Bemühungen, Zahlungen an den BSP auf zweimal monatlich oder sogar wöchentlich zu reduzieren,

Sensibilisierung respektive Information an die Fluggesellschaften über die Bedeutung der kantonalen Abstimmung über die Plafonierungsinitiative,

Regelmässiger Informationsaustausch mit dem Airlines Operators Comittee AOC und dem Air Cargo Counsil of Switzerland ACCS sowie den Flughäfen, Skyguide etc.

ha