16.09.2005 08:56

Astag-Garantiefonds wird im Juni 2006 aufgelöst


Den angeschlossenen Carunternehmungen wird vom Astag-Vorstand der Beitritt zum Garantiefonds der Schweizer Reisebranche empfohlen.

Der Konkurs des Zürcher Carunternehmens Jann führt zur Auflösung der Kundengeldabsicherung des Nutzfahrzeugverbandes Astag, wie Hans Dillier auf Anfrage von TRAVEL INSIDE erklärt. «Der Astag-Garantiefonds stellt seine operative Tätigkeit per Juni 2006 ein», präzisiert der als Präsident fungierende Carunternehmer aus der Innerschweiz. Dies hat der Vorstand der Astag Mitte August an einer Vorstandssitzung beschlossen.

Den Mitgliedern des Astag-Garantiefonds wurde dieser Entscheid am 17. August mitgeteilt. Im entsprechenden Schreiben wird ihnen empfohlen, sich dem Garantiefonds der Schweizer Reisebranche anzuschliessen. Sie können den Vertrag mit dem Astag-Garantiefonds bedingungslos vorzeitig kündigen.

«Wir haben die Mitglieder bereits zum jetzigen Zeitpunkt über die Einstellung des Astag-Garantiefonds informiert, damit sie bis zur Drucklegung ihrer nächstjährigen Kataloge eine neue Lösung zur Kundengeldabsicherung finden und diese in den Prospekten aufführen können», begründet Dillier diesen Schritt.

Die Astag wird nun den Fall Jann abschliessen und eine statutenkonforme ordentliche Liquidation ihres Garantiefonds durchführen. Gegründet wurde diese Kundengeldabsicherung im Jahr 1994 durch den damaligen Astag-Geschäftsführer Michel Crippa. Damit sollte den Schweizer Carunternehmungen eine preisgünstige Kundengeldabsicherung geboten werden. 

Der Fall Jann hat nun dazu geführt, dass das 400000 Franken betragende Deckungskapital des Fonds aufgebraucht wurde. Die Astag, der mehrheitlich im Gütertransport tätige Firmen angehören, ist nicht bereit, ein zweites Mal Geldmittel für eine Kundengeldabsicherung der Carunternehmungen bereitzustellen.

Gemäss Hans Dillier haben Gespräche mit dem Garantiefonds der Schweizer Reisebranche stattgefunden, wonach der Astag-Garantiefonds bereit ist, diesem seine Bonitätsprüfungen zur Verfügung zu stellen, um den betroffenen Carunternehmungen einen beschleunigten Beitritt zu ermöglichen.

Diese Gespräche werden auch von Urs Herzog, Geschäftsführer des Garantiefonds der Schweizer Reisebranche, bestätigt. «Die einzelnen Teilnehmer müssen der Astag jedoch eine Ermächtigung dazu erteilen. Sonst darf uns die Astag die Bonitätsprüfungen zu den Jahresrechnungen nicht überlassen», präzisiert Herzog.

Bis Redaktionsschluss haben bereits mehrere Carunternehmungen Interesse bei Herzog angemeldet. «Bis jetzt sind insgesamt neun Aufnahmegesuche von Interessenten bei uns eingegangen. Davon wurden bis heute drei Gesuche bewilligt», führt Herzog aus. 

Auch bei der Swiss Travel Security (STS) sind laut STAR-Präsident Luc Vuilleumier einige Bewerbungen von Mitgliedern des Astag-Garantiefonds eingegangen. Allerdings habe die Astag keine Gespräche mit der STS über eine mögliche Übergabe der Bonitätsprüfungen gesucht. 

Was den Fall Jann betrifft, so sollen gemäss Hans Dillier die meisten Geschädigten vom Angebot der Astag Gebrauch gemacht haben, bei einem anderen Carunternehmen eine Reise mit bis zu 40 Prozent Rabatt zu buchen. Die Astag prüft im Übrigen, ob gegen Peter Jann strafrechtlich vorgegangen werden kann.

HANS-RUDOLF BAUMANN/CHRIS PROBST