06.06.2013 06:21

360 Anzeigen gegen Biber Travel hängig


Travel Inside vom 06.06.2013

Die Kundengeldabsicherer haben fast alle Beträge ausbezahlt.

Vor einem halben Jahr ging das Reisebüro Biber Travel in Biberist Konkurs. Der Fall liegt jetzt bei der Solothurner Staatsanwaltschaft, die eine Strafuntersuchung wegen Veruntreuung, Betrugs, Misswirtschaft und Wiederhandlung gegen das Arbeitslosenversicherungsgesetzt führt. "Es sind rund 360 Strafanzeigen eingegangen. Die Strafuntersuchung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen". Sagt die stellvertretende Oberstaatsanwältin Sabine Husi auf Anfrage. 

Für die Kundengeldabsicherer hingegen ist das Ereignis mehrheitlich abgeschlossen. Swiss Travel Security (STS) habe insgesamt CHF 100 000 an ca. 60 Endkunden und TOs ausbezahlt, so CEO Luc Vuilleumier.

BEI DER Travel Professional Association (TPA) waren 280 Kunden betroffen. "Wir haben die Gelder gestaffelt und nach dem Prinzip <First come, first served> ausbezahlt", erklärt Geschäftsführerin Sonja Laborde. Drei bis fünf Kunden hätten sich gar nicht gemeldet, zudem gebe es noch Zahlungen an Hotelplan Suisse, IST Coop und TUI Suisse in der Gesamtsumme von ca. CHF 15 000, die aufgrund "Formalitäten" noch ausstehen würden.

Bei der TPA werden nun Massnahmen getroffen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt. "Wir haben die Aufnahmekriterien verschärft und fordern nun auch private Strafregister- und Betreibungsauszüge ein", so Laborde. Ausserdem habe man den Austausch u.a. mit STS und dem Garantiefonds verbessert.

UND DIE VERURSACHER des Schlamassels? Laut Handelsregister ist Biber-Geschäftsführer Marcel Waldvogel zurzeit nicht in der Reisebranche tätig. "Berater" Peter Weisskopf hingegen ist weiterhin als Geschäftsführer von Regina Reisen in Urdorf eingetragen. Die dazugehörende Homepage existiert übrigens seit einigen Wochen nicht mehr.