14.12.2001 14:06

STS-Stiftung wackelt


Travel Inside vom 14. Dezember 2001

TUI Suisse anerkennt die per 1. Januar 2002 gegründete Stiftung der Swiss Travel Security definitiv nicht und sucht neue Lösungen für die betroffenen Retailer.

Als erster der drei grossen TO hat vorgestern TUI Suisse Farbe bekannt. "Wir haben STAR-Präsident Luc Vuilleumier mitgeteilt, dass wir die neue STS-Stiftung nicht anerkennen", so Marta Di Girolamo, Leiterin der Agentenbetreuung bei TUI Suisse. Die finanzielle Dotierung der Stiftung sei schlicht zu dürftig und das Risiko zu gross.

Für die 232 STS-Büros, die einen TUI Suisse-Buchungscode haben, werde man eine Übergangslösung suchen. Di Girolamo: "Die Büros haben bis Ende März 2002 Zeit, sich dem Garantiefonds anzuschliessen." Allerdings seien auch andere Lösungen wie erhöhte Bankgarantien oder die Gründung einer neuen Kundengeldabsicherung im Gespräch. "Sicher ist", beteuert Di Girolamo, "dass wir diese Büros nicht im Regen stehen lassen werden." Das heisst, dass TUI Suisse nicht per 1. Januar 2002 alle Codes von STS-Mitgliedern einziehen wird.Thomas Burkart von Kuoni berichtet, dass man den STS-Anerkennungsvertrag am vergangenen Freitag bereits zurückgewiesen hatte, worauf Vuilleumier am Montag dieser Woche der Neuen Hard eine überbarbeitete Version präsentierte. Kuoni pocht weiterhin auf eine Garantie von STS, einen Rückversicherer mit einer Garantiesumme von 1 Million Franken zu stellen. Dies scheint zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Bei Hotelplan ist eine Entscheidung bezüglich STS auch noch nicht gefallen. Wie von Pressesprecher Hanspeter Nehmer zu erfahren ist, soll dies vor Weihnachten geschehen. Wenig Verständnis für die Veranstalter hat STAR-Präsident Luc Vuilleumier. "Die müssen nun schauen, wie sie ihre Haltung vor den STS-Reisebüros rechtfertigen. Unsere Stiftung wird auf jeden Fall aufrechterhalten, wenn nötig auch nur mit einer Handvoll Büros." Vuilleumier kündigt an, das Verhalten von TUI Suisse und Kuoni eventuell auch juristisch zu hinterfragen. "Ist es akzeptabel, dass eine Kundengeldabsicherung von den TOs zu einer Veranstalterabsicherung umfunktioniert wird?", fragt der STAR-Präsident. Er schliesst eine Sammelklage gegen die TOs nicht aus. Es sei weiter möglich, dass er demnächst ein Communiqué verschicke und darin die TOs auffordere, doch bitte selber die Gelder ihrer Kunden abzusichern. "Ich spiele doch nicht den 'Bölimaa' für die Branche", so Vuilleumier. Die Zahl der bereits für die Stiftung angemeldeten STS-Büros liegt gemäss dem STAR-Präsidenten weiterhin bei knapp über 200. Beim Garantiefonds kommen die Übertritts-Gesuche gemäss Geschäftsführer Urs Herzog tröpfchenweise herein. "Wir verzeichnen pro Tag im Durchschnitt ein STS-Mitglied, das zu uns wechseln will." Zumindest von den 232 Büros mit TUI Suisse-Code könnten schon bald viele hinzukommen. Aus den Reihen der STS-Mitglieder hat sich gemäss Informationen von TI inzwischen eine Fachgruppe von 10 Personen aus allen drei Landesteilen gebildet, die das weitere Vorgehen bespricht. Resultate liegen bislang noch nicht vor.