06.06.2013 06:35

STAR etabliert sich


Travel Inside vom 06.06.2013

"Die STAR hat sich als Reisebüroverband etabliert und wird auch so wahrgenommen"

Luc Vuilleumier, Präsident von STAR, äussert sich zum Verband und dessen Mitgliedervorteilen.

Jean-Claude Raemy
Um die STAR (Swiss Travel Association of Retailers) ist es in letzter Zeit eher ruhig gewesen. Zu Unrecht, wie STAR-Präsident Luc Vuilleumier meint: "Unser Verband entwickelt sich sehr gut. Wir haben eine stabile Anzahl Mitglieder, welche von den zahlreichen Vorteilen profitieren, die ihnen STAR bietet."

332 Mitglieder aus allen Landesteilen zählt STAR derzeit. Es waren auch schon über 500 Mitglieder. Vuilleumier führt den Rückgang primär auf den allgemeinen Reisebüro-Schwund zurück. Die Mehrheit der Mitglieder verfügt über die STAR-eigene Kundengeldabsicherungslösung STS; ein nicht geringer Anteil ist beim Garantiefonds versichert. Rund ein Fünftel der STAR-Mitglieder verfügt über gar keine Kundengeldabsicherung, was immerhin klar deklariert ist. Auf der Mitgliederliste stösst man auf bekannte, gut etablierte Reisebüros, aber auch auf "Exoten", wo Reisen eher als Zusatzgeschäft verkauft werden. Dazu Vuilleumier: "Wir beurteilen die Qualität eines Reisebüros nicht am Umsatz, sondern an der Beratungsqualität. Es gibt Kleinstbüros, welche für Kunden extremen Aufwand betreiben, was diese sehr schätzen."

Die beiden wesentlichen Vorteile für STAR-Mitglieder sind einerseits die bereits erwähnte eigene Kundengeldabsicherung STS, andererseits Deals für IT-Pakete. So können unter "Four for one" vier Dienstleistungen zu einem Paketpreis von CHF 360 pro Jahr bezogen werden: Das Buchungssystem Tour Online, die "Flight Search" (B2B), die Internet-Buchungsplattform Sabre Red sowie Zugang zum Sammelcode von STAR. Vorteil des Letzteren ist der Zugang zu allen Produkten der teilnehmenden Veranstalter, ohne einen Minimalumsatz erreichen zu müssen - und trotzdem gute Kommissionen zu erhalten. Mit durchschnittlich nur 10 PNRs pro Monat wird das gesamte Package kostenfrei. Sammelcode- Partner von STAR sind alle grossen und viele KMU-Veranstalter. Das Angebot werde laufend erweitert.

Daneben gibt es noch eine weitere Verdienstmöglichkeit: Den STAR Pool. Alle STAR-Mitglieder sind automatisch im Pool dabei und können bei dort angeschlossenen Veranstaltern eine Superkommission von bis zu 2% verdienen. Pool-Teilnehmer sind Express Travel International, Holiday Autos, Holiday Maker Tours, Skyways by STAR, Tombouctour und GTI Travel. Am Ende des Kalenderjahres werden die Umsätze aller genannten Veranstalter kumuliert und das Reisebüro wird je nach Umsatz eingestuft. Die Superkommission wird je Veranstalter berechnet und anschliessend dem Reisebüro überwiesen.

Nicht zu vergessen seien auch "Topkonditionen" bei der Betriebshaftpflicht und der Geschäftsversicherung: "Dank Mengendeal sind die Prämien bis zu 50% niedriger als bei Einzelpolicent", versichert Vuilleumier, "das alleine ist schon mehr wert als der Mitgliederbeitrag." Der STAR-Präsident verweist noch auf einen weiteren, IT-bezogenen Vorteil: Beim Partner Arp IT & Zubehör aus Rotkreuz können PCs, Zubehör und Verbrauchsmaterial mit bis zu 15% Rabatt auf dem ganzen Sortiment bezogen werden. Das gilt übrigens auch für Büromaterial: Bei Office Depot können STAR-Mitglieder Bürobedarf mit bis zu 25% Rabatt beziehen. Den beiden Unternehmen gemeinsam ist, dass die Ware per Internet bestellt wird.

Bei STAR wird sowieso vieles über Internet gemacht. Unter anderem auch die GV, wo online über die einzelnen Traktanden abgestimmt wird. "Wozu sich für eine GV in grosse Kosten stürzen", bemerkt Vuilleumier, "durch die virtuelle GV können wir finanzielle Ressourcen anderweitig zum Vorteil unserer Mitglieder einsetzen. Ausserdem ist dieses Verfahren demokratischer, da alle an der Abstimmung teilnehmen können." Für Live-Treffen und den inneren Zusammenhalt gibt es immer mal wieder STAR-Workshops, "wobei sich die zunehmend knappen Zeitressourcen in den Reisebüros bemerkbar machen", so Vuilleumier. Des Weiteren ist die STAR-Website ein wichtiges internes Austausch-Tool, wo man am "Pinboard" Meldungen zuhanden der anderen Mitglieder anbringen kann oder auf der "Blacklist" Warnungen vor unseriösen Kunden oder interne Hilfsanfragen. Die Page www.star.ch wird im Sommer übrigens eine komplette Neugestaltung erfahren. Neu wird dort ein Bereich Micro-Touroperating eingeführt, wo Kunden und Reisebüros zusammengeführt werden. Auf seine Wünsche für die nahe Zukunft von STAR angesprochen, erklärt Vuilleumier: "Nach bald 20 Jahren haben wir uns definitiv als Reisebüroverband etabliert und werden auch weitgehend so wahrgenommen. Wir unterscheiden uns da komplett vom SRV, welcher ein reiner Touroperator-Verband mit wenig demokratischen Strukturen ist. Auch unsere Kundengeldabsicherung STS hat, etwa im Fall Biber Travel, bewiesen, dass sie rasch und unkompliziert einspringt."

Wer gehört zur STAR Group?

Genau genommen ist die STAR eines von vier Unternehmen, welche zur STAR Group gehören. Nebst dem 1995 gegründeten Reisebüroverband STA R gehören auch die Kundengeldabsicherung Swiss Travel Security (STS), die STAR Enterprises AG (welche Dienstleistungen in den Bereichen IT sowie einen Sammelcode für die STAR-Mitglieder anbietet und im Gegensatz zur STAR kommerziell orientiert ist) und der Flugbroker Skyways by STAR AG zur Gruppe.

Skyways betreibt heute vor allem die SBB-Agentur und beliefert die STAR-Reisebüros mit allen Arten von SBB-Tickets und Abos. Dies, nachdem STAR vor zwei Jahren entschied, das Ticketinggeschäft von Skyways an TUI Flextravel auszulagern, "weil die Zusammenarbeit mit den Airlines immer schwieriger geworden ist", wie es damals hiess. Vuilleumier nennt Skyways "eine frühere Cash-Cow", wo der Wandel in der Branche bzw. im Flugticketverkauf die Margen derart habe zerfallen lassen, dass sich Aufwand und Ertrag beim von Skyways generierten Volumen nicht mehr gerechnet habe.

Der Vorstand von STAR besteht nebst Vuilleumier aus Jean-Marc von Gunten (STAR-Anwalt) und Heinz Husi (Reisebüro Sonnenberg, Kirchberg). Fachgruppen gibt es nicht: "STAR löst für die Retail-Branche viele Probleme direkt mit Partnern und Leistungsträgern."
JCR