03.06.2010 11:46

Soll Staat für Aschewolke zahlen?


Travel Inside vom 03.06.2010

UNNÖTIGE ALL-INCLUSIVE-KULANZ

Manche Airlines und Veranstalter machen sich die Sache recht einfach: Gegenüber Kunden sind sie über Gebühr grosszügig und verlangen dafür vom Staat Geld. Eigentlich wäre es ja recht einfach:

Passagiere, welche vom Aschevulkan gegroundet werden, müssen für "Höhere Gewalt" selber aufkommen. Damit hätten weder Veranstalter noch Airlines Kostenausfälle und müssten auch beim Staat nicht jammern. In Kürze würden auch die Reiseversicherer reagieren und eine Asche-Versicherung anbieten. Allen wäre gedient, keiner würde Geld verlieren, alle würden gewinnen. Stattdessen brüsten sich einige Veranstalter und Airlines mit unnötiger 100%-Refundgarantie, um danach irgendeinen Financier für die Misere zu suchen. Gleichzeitig verlangen ausgerechnet diese Leistungsträger auch noch, dass Reisebüros und Broker für sie gratis arbeiten. Alle verlieren Geld und am Schluss soll der Staat ausgerechnet jene Leistungsträger entschädigen, welche der Reisebranche die Suppe mit ihrem "Ich-mach-alles-gratis-Gehabe" eingebrockt haben. Falls wirklich Staatsgelder fliessen sollten, dann bitte zu den Reisebüros, welche von den Veranstaltern gezwungen wurden, gratis zu arbeiten.

Wohlverstanden: Was gesetzlich zulasten des Leistungsträgers an Kosten anfallt, hat der Leistungsträger auch selber zu bezahlen. Das ist sein unternehmerisches Risiko und muss somit auch nicht vom Staat gedeckt werden. Wer aber glaubt, mit All-inclusive-Kulanz beim Kunden besser dazustehen, kann das schon machen, aber bitte selber zahlen und nicht jammern.

Luc Vuilleumier, Swiss Travel Association of Retailers (STAR)