12.09.2006 09:50

Schweizer Reisebürobranche bleibt trotz Aufschwung gefordert


In der Schweiz führt die gute Konjunkturlage zu einer höheren Reisetätigkeit der Bevölkerung. Gemäss einer Marktumfrage des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV) und der Credit Suisse konnten die Reisebüros für das Jahr 2005 erneut verbesserte Ergebnisse ausweisen.

2005 ist der hochgerechnete Umsatz der Reisebüros gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 12,5 Milliarden Franken angestiegen, wie eine Studie der Credit Suisse und des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes (SRV) zeigt.

Die Branche bleibe aber trotz des Aufschwungs gefordert, betont die Studie: «Globale Unsicherheiten und sehr anspruchsvolle Konsumenten haben die Herausforderungen für die Reisebüros erhöht.» Der hohe Konkurrenzdruck werde auch im kommenden Jahr bestimmend sein. Die gute Konjunktur bremse gegenwärtig den Strukturwandel und stoppe den Beschäftigungsabbau. «Dies dürfte sich allerdings beim nächsten Konjunkturabschwung wieder ändern», folgert die Studie, «umso mehr als die Reisebüros zunehmend durch Internet-Reiseportale konkurrenziert werden.»

Mit der wachsenden Bedeutung der Beratungsqualität in Folge des Internet-Buchungsbooms würden qualifizierte Arbeitskräfte zum strategischen Erfolgsfaktor der Reisebüros. Die Rekrutierung von gut ausgebildeten Arbeitskräften erweise sich aber für einen Teil der Branche als schwierig. Als wesentlichen Grund macht die Studie das relativ tiefe Lohnniveau aus, das viele gutqualifizierte Angestellte in andere Branchen abwanderen lasse.

Künftig komme der Produktgestaltung und der Konzeption von Reisearrangements eine grosse Bedeutung zu: «Reisebüros sollten ihre Angebotspalette kontinuierlich der Nachfrage anpassen.» Insgesamt rechnet die Mehrheit der knapp 500 befragten Reisebros mit einer überdurchschnittlichen Zunahme von Individualreisen in der mittleren Frist. Zudem gehören Wellness-Reisen, Aktivreisen, Kreuzfahrten und Luxusferien zu den wichtigsten Wachstumssegmenten.

Terroranschläge, Kriege, Naturkatastrophen und Krankheiten stellen gemäss der Studie nach wie vor Unsicherheiten im Reisebürogeschäft dar. Zwar sei eine Gewöhnung der Konsumenten an das veränderte Umfeld festzustellen und der negative Einfluss von Terroranschlägen auf den Umsatz sinke. «Doch die Planungsunsicherheit des Geschäfts hat zugenommen. Die Reisebürobranche muss deshalb flexibel auf Krisen reagieren können.»

Gemäss der Studie wiesen die Schweizer Reisebüros 2005 zum zweiten Mal in Folge verbesserte Erträge aus. Die repräsentative Marktumfrage belegt, dass im letzten Jahr nicht nur die Umsätze, sondern vor allem auch die Rentabilität gegenüber dem Vorjahr gesteigert wurde. Laut Walter Kunz, Geschäftsführer des SRV, verbesserte sich die Bruttorendite von 0,7 (2004) auf 2,1 Prozent.

Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass die positive Wirtschaftsentwicklung das Reisegeschäft 2006 und 2007 weiter beflügeln wird. «Das Wachstum wird nach wie vor über dem Potential der Schweiz liegen, und der Konsum wird eine wichtige Triebfeder der Entwicklung bleiben. Im laufen Jahr dürften die Umsätze der Reisebüros stärker steigen als 2005. Sofern keine exogenen Schocks die Reisenachfrage einbrechen lassen, dürften die Umsätze 2007 abermals gut ausfallen.»

Einen ausführlichen Bericht über die Studie von SRV und SRV lesen Sie in der nächsten Ausgabe der «Schweizer Touristik» vom 22. September!