27.10.2011 00:00

Kooperationen: Der Kuchen ist aufgeteilt


Travel Inside vom 27.10.2011

Vertreter von vier Vereinigungen präsentierten ihr Modell und ihre Vorteile

Welche Vorteile bieten Kooperationen und Vereinigungen den Reisebüros? Diese Frage diskutierten Luc Vuilleumier (Präsident STAR), Michel Ayer (Präsident TPA), Beat Obrist (Geschäftsführer TTS) und Marcel Heggli (Verwaltungsrat TwD) im Rahmen des TTW Congress "Kooperationen" unter der Leitung von TI-Redaktor Chris Probst. Nach vier kurzen Präsentationen wurden die Vereinigungen in einer Diskussion auf Herz und Nieren geprüft. Eine kleine Mitgliederzahl beispielsweise müsse kein Nachteil sein, wie Heggli (TwD) ausführte: "Mit unseren 17 Mitgliedern ist der Erfahrungsaustausch viel leichter."Vuilleumier wiederum räumte ein, dass die hohe Mitgliederzahl von STAR (über 400) ein Nachteil sein könne: "Ein grosser TO sagt sich natürlich: Wenn ich 400 oder 500 Büros einen Vorteil gebe, kann ich ihn ja gleich allen geben." Einig waren sich die Vertreter vor allem in einem Punkt: Potenzielle Neumitglieder, also unabhängige Retailer ohne Zugehörigkeit zu einer Vereinigung, gibt es nur noch wenige - der Kuchen ist aufgeteilt. Beim Thema Sammelcodes gingen die Ansichten auseinander: Während STAR Sammelcodes sowohl für Retailer als auch für TOs als wichtig erachtet, beurteilen die anderen drei Vereinigungen das Vorgehen als zu aufwendig. "Wir können uns diese Verhandlungen nicht leisten", stellte Obrist (TTS) klar. Immer wichtiger werden dafür Abkommen mit Destination Management Companies oder Hotelbuchungsmaschinen.

Emotionen brachte dann die Frage ins Spiel, ob eine Kundengeldabsicherung für eine Mitgliedschaft erforderlich sei: Während drei der vier Teilnehmer dies vehement bejahten, ist eine Absicherung bei STAR kein Must. "Wir wollen auch Büros vom freien Feld zu uns holen. Aber natürlich empfehlen wir allen eine Kundengeldabsicherung", so Vuilleumier, worauf ihm Obrist vorwarf, dass dies dem Pauschalreisegesetz widerspreche; sobald ein Retailer Mikro-TO betreibe - was heute bei den meisten der Fall sei -, brauche er eine Absicherung.Letzter grosser Diskussionspunkt war die Frage, welche Kennzahlen die Mitglieder jeweils austauschen. Während TTS hier stark auf Transparenz setzt, sind die Geschäftszahlen bei anderen Vereinigungen vertraulich. "Wir benötigen die Volumenzahlen nur für die Verhandlungen mit den TOs, sie sind für die anderen Mitglieder aber nicht einsehbar", sagte etwa Ayer (TPA).