26.05.2004 15:18

Aus für Taxbox gibt zu reden


Travel Inside vom 26.05.2004

Der Verzicht auf die Möglichkeit, künftig die Service-Gebühren in die Ticket-Taxbox zu integrieren, stösst bei den Agenten auf mehr oder weniger grosses Unverständnis.

STAR-Präsident Luc Vuilleumier fasst seine Meinung zum "Begräbnis" der Taxbox für die Integration der Service-Gebühren zusammen: "Swiss hat die Taxbox abgemurkst." Dabei sei doch die Integration in die Flugscheine das richtige Mittel, um auch weiter vernünftig verkaufen und verdienen zu können.

Vuilleumier steht unter dem Eindruck, dass "Swiss an den Agenten gar nicht interessiert ist. Wie sonst ist es zu erklären, dass es auch der neue Schweiz-Chef, Willy Schnyder, bisher nicht für nötig gehalten hat, Kontakt mit STAR aufzunehmen?" Vuilleumier ist über die weiteren Absichten der Swiss nur mittels TI informiert und hält fest: "Uns wurden mal Details für Ende April versprochen. Swiss soll endlich ihre Hausaufgaben machen."

Auch für Bernhard Wiederkehr (Reisebüro Wiederkehr, Adliswil) vermittelt Swiss den Eindruck, eigentlich auf die Reisebüros als Verkäufer verzichten zu wollen. Für ihn spricht gar nichts für eine Trennung von Transport- und Verkaufsleistung, denn schliesslich sei auch bisher die Kommission im Ticketpreis integriert gewesen. "Durch die Integration in die Taxbox hätten die Servicegebühren gleichsam einen offiziellen Status erlangt, aber offenbar will Swiss die Taxbox als ihr Revier schützen."

René Loosli (Loosli Reisen, Bern) hat von Swiss nichts anderes erwartet. "Deren Politik ist doch, den Leuten Sand in die Augen zu streuen und nachher zu tun, was man will." Loosli geht davon aus, dass Marcel Hausheer und seine Gruppe sicher gut verhandelt hätten, aber die Interessen nun mal zu stark auseinander gegangen seien. Selbstkritisch fügt er an: "Wir können nur Service-Gebühren verlangen, wenn die Beratung höheren Ansprüchen zu genügen vermag."

Peter Friedli (Ferienland, Bern) hat die Taxbox-Lösung auch als beste empfunden: "Nun werden die Leute noch mehr im Internet buchen." Und für das Reisebüro werde sich der administrative Aufwand vergrössern. Wenn - was Friedli vermutet - auch Überlegungen zur Übernahme der CC-Gebühren auf den Servicepauschalen durch den Carrier den Ausschlag gegeben haben sollten, ist er überzeugt, dass man den Weg mittels Splitting hätte finden können. "Der Point-to-Point-Verkehr wird noch mehr an uns vorbeigehen", ist er überzeugt.

Auch André Frossard (Frossard Reisen, Basel) hätte die Taxbox-Lösung vorgezogen. Er zeigt aber gewisses Verständnis für Swiss wegen der CC-Kosten, welche der Carrier auch auf die Service-Gebühren hätte entrichten müssen. Generell ist Frossard der Meinung, dass die Kostenverursacher auch für deren Übernahme aufkommen sollten. Er fragt sich zudem, wie sich die GDS-Lösung technisch umsetzen lasse.

Peter Kuhn