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20.05.2010 - Wo Arbeit ist, soll auch Lohn sein
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Travel Inside vom 20.05.2010

Wo Arbeit ist, soll auch Lohn sein

100000 zusätzliche Arbeitsstunden seien aufgrund der mehrtägigen Luftraumsperre im April in den Schweizer Reisebüros getätigt worden, so eine erste Hochrechnung des Schweizerischen Reisebüro-Verbandes. Das war Ende April. Nun stehen wir in der zweiten Mai-Hälfte, die Nachbearbeitung der vom Vulkan-Chaos betroffenen Dossiers ist noch lange nicht zu Ende, und vulkanische Aschewolken ziehen nach wie vor über Europa und zwingen Flughäfen zu Schliessungen.

Für die Reisebüros heisst das: Dossiers überwachen, Kunden aktiv kontaktieren. Umbuchungen vornehmen, Rückerstattungen einleiten und Fragen über Fragen beantworten. Das kostet Zeit. Kein Grund zur Klage - die überwältigende Mehrheit der Schweizer Retailer weiss, was sie ihren Kunden schuldig ist. Für sie ist klar: Die Kunden haben Anspruch auf Hilfe.

Was ärgert, ja Sorgen bereitet: Diese Arbeit wird gratis geleistet. Was während der tagelangen Luftraumsperre Mitte April noch selbstverständlich war, wird jetzt langsam problematisch. Und das Problem besteht solange, als die Aschewolken den Flugverkehr beeinträchtigen. Denn parallel zu den zeitaufwändigen Umbuchungen gehen mit den Rückerstattungen Verdienste flöten und als Krönung bleiben auch noch die Neubuchungen aus. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

 

Während für das letztgenannte Problem keine rasehe Losung in Sicht ist, konnten die beiden erstgenannten zumindest gemildert werden. Das Zauberwort heisst Bezahlung. Immer lauter werden die Stimmen, die sagen, dass Rückerstattungen nicht kostenlos gemacht werden sollen. Einzelne Retailer behalten bei Ruckerstattungen bereits einen (symbolischen) Betrag ein. Andere sähen gerne eine branchenweite Lösung.

 

Nicht eine Gebühr, sondern ein grundlegendes Umdenken fordert Luc Vuilleumier, Präsident der Swiss Travel Association of Retailers. Er ist überzeugt, dass die Reisebüros einen Stolz entwickeln dürfen und müssen, um ihre Arbeit auch entsprechend in Rechnung zu stellen. Die Hilfe selbst will er keinesfalls infrage stellen. Auch bei ihm gilt: Das Reisebüro hilft gerne, aber nicht gratis. Denn genauso wenig Schuld am Vulkanchaos wie der Kunde tragt das Reisebüro.

 

Es sind happige Vorwürfe an die TOs, die im Strudel des Vulkanchaos medienwirksam Kulanz versprochen haben. So sahen sich die unabhängigen Retailer gezwungen, dieselbe Kulanz walten zu lassen. Nun, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der isländische Vulkan noch monatelang Annulationen nötig machen konnte, zeichnen sich die verheerenden Folgen ab. Denn die Kulanz ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar sorgte sie für Freude bei den Kunden, und vielleicht hat sie auch einen beruhigenden Beigeschmack. Dank diesem sind die von Flugausfällen gebeutelten Reisenden bereit, trotz des les Risikos erneuter Störungen wieder zu buchen. Denn sie wissen ja, dass ihnen unbürokratisch und günstig geholfen wird. Doch sind Reisebüros keine Wohltätigkeitsorganisationen, die von anonymen Gönnern leben, sondern Unternehmen, die für geleistete Arbeit bezahlt werden müssen.

 

Wieder einen Schritt zurück, genauer: den Schritt weg von gratis hin zu Bezahlung zu machen, scheint schwierig. Und mit jedem Tag, der verstreicht, wird er schwieriger. Tatsächlich dürfte mancher Kunde nicht nachvollziehen, wieso der Nachbar seinen Städtetrip im April kostenfrei annullieren konnte, er für seine Familienferien nun aber Annullierungskosten zu bezahlen hat. Der Kunde wird erzogen - manche mögen sagen konditioniert. Was man ihm einmal gegeben hat, gibt er freiwillig nicht wieder her.

 

Preispflege scheint in der Schweizer Reisebranche ein Fremdwort - das zeigen nicht nur die mickrigen Margen, sondern auch das uneinheitliche Vorgehen im aktuellen Fall. Mit Bedauern müssen die Retailer einmal mehr feststellen, dass ihnen so etwas wie eine Lobby fehlt.

 

Der Vulkan und die Irwine von (Gratis-)Arbeit, die er losgetreten hat, sind per se kein Problem für die Reisebüros. 9/11 war ebenfalls ein Ereignis, das schlicht unvorstellbar schien, bevor es eintraf. Und doch war es bewältigbar. Eher ist es die derzeitige Akkumulation von äusseren, nicht lenkbaren Einflüssen, welche den Reisebüros Kopfzerbrechen bereitet. Die Wirtschaftskrise, die mit der Euro-Abwertung eine neue Wende genommen hat. Mit dem Staatsbankrott Griechenlands versinkt ein ganzes Ferienland in Unsicherheit. Und dann die blutigen Auseinandersetzungen in Thailand, einer Destination, die immer noch attraktive Dossiers hervorbrachte.

 

Diese Faktoren kreieren ein Klima der Unsicherheit, das vielen Menschen bewusst oder unbewusst die Lust am Reisen dämpft. Und das ist für die Retailer fatal. Denn jemandem eine Reise zu verkaufen, der nicht weiss, was er will oder wohin er will, das können sie. Gegen undefinierbare Reiseunlust ankämpfen, das liegt nicht in ihrer Macht.

Was ärgert, ja Sorgen bereitet: Diese Arbeit wird gratis geleistet. Was während der tagelangen Luftraumsperre Mitte April noch selbstverständlich war, wird jetzt langsam problematisch. Und das Problem besteht solange, als die Aschewolken den Flugverkehr beeinträchtigen. Denn parallel zu den zeitaufwändigen Umbuchungen gehen mit den Rückerstattungen Verdienste flöten und als Krönung bleiben auch noch die Neubuchungen aus. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

 

Während für das letztgenannte Problem keine rasehe Losung in Sicht ist, konnten die beiden erstgenannten zumindest gemildert werden. Das Zauberwort heisst Bezahlung. Immer lauter werden die Stimmen, die sagen, dass Rückerstattungen nicht kostenlos gemacht werden sollen. Einzelne Retailer behalten bei Ruckerstattungen bereits einen (symbolischen) Betrag ein. Andere sähen gerne eine branchenweite Lösung.

 

Nicht eine Gebühr, sondern ein grundlegendes Umdenken fordert Luc Vuilleumier, Präsident der Swiss Travel Association of Retailers. Er ist überzeugt, dass die Reisebüros einen Stolz entwickeln dürfen und müssen, um ihre Arbeit auch entsprechend in Rechnung zu stellen. Die Hilfe selbst will er keinesfalls infrage stellen. Auch bei ihm gilt: Das Reisebüro hilft gerne, aber nicht gratis. Denn genauso wenig Schuld am Vulkanchaos wie der Kunde tragt das Reisebüro.

 

Es sind happige Vorwürfe an die TOs, die im Strudel des Vulkanchaos medienwirksam Kulanz versprochen haben. So sahen sich die unabhängigen Retailer gezwungen, dieselbe Kulanz walten zu lassen. Nun, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der isländische Vulkan noch monatelang Annulationen nötig machen konnte, zeichnen sich die verheerenden Folgen ab. Denn die Kulanz ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar sorgte sie für Freude bei den Kunden, und vielleicht hat sie auch einen beruhigenden Beigeschmack. Dank diesem sind die von Flugausfällen gebeutelten Reisenden bereit, trotz des les Risikos erneuter Störungen wieder zu buchen. Denn sie wissen ja, dass ihnen unbürokratisch und günstig geholfen wird. Doch sind Reisebüros keine Wohltätigkeitsorganisationen, die von anonymen Gönnern leben, sondern Unternehmen, die für geleistete Arbeit bezahlt werden müssen.

 

Wieder einen Schritt zurück, genauer: den Schritt weg von gratis hin zu Bezahlung zu machen, scheint schwierig. Und mit jedem Tag, der verstreicht, wird er schwieriger. Tatsächlich dürfte mancher Kunde nicht nachvollziehen, wieso der Nachbar seinen Städtetrip im April kostenfrei annullieren konnte, er für seine Familienferien nun aber Annullierungskosten zu bezahlen hat. Der Kunde wird erzogen - manche mögen sagen konditioniert. Was man ihm einmal gegeben hat, gibt er freiwillig nicht wieder her.

 

Preispflege scheint in der Schweizer Reisebranche ein Fremdwort - das zeigen nicht nur die mickrigen Margen, sondern auch das uneinheitliche Vorgehen im aktuellen Fall. Mit Bedauern müssen die Retailer einmal mehr feststellen, dass ihnen so etwas wie eine Lobby fehlt.

 

Der Vulkan und die Irwine von (Gratis-)Arbeit, die er losgetreten hat, sind per se kein Problem für die Reisebüros. 9/11 war ebenfalls ein Ereignis, das schlicht unvorstellbar schien, bevor es eintraf. Und doch war es bewältigbar. Eher ist es die derzeitige Akkumulation von äusseren, nicht lenkbaren Einflüssen, welche den Reisebüros Kopfzerbrechen bereitet. Die Wirtschaftskrise, die mit der Euro-Abwertung eine neue Wende genommen hat. Mit dem Staatsbankrott Griechenlands versinkt ein ganzes Ferienland in Unsicherheit. Und dann die blutigen Auseinandersetzungen in Thailand, einer Destination, die immer noch attraktive Dossiers hervorbrachte.

 

Diese Faktoren kreieren ein Klima der Unsicherheit, das vielen Menschen bewusst oder unbewusst die Lust am Reisen dämpft. Und das ist für die Retailer fatal. Denn jemandem eine Reise zu verkaufen, der nicht weiss, was er will oder wohin er will, das können sie. Gegen undefinierbare Reiseunlust ankämpfen, das liegt nicht in ihrer Macht.

 

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Kontaktadresse für weitere Auskünfte:
Swiss Travel Association of Retailers (STAR), Im Bahnhof - Zürcherstrasse 49, 8903 Birmensdorf
Telefon 044/439 60 66, Telefax 044/439 60 67
E-Mail main@star.ch